Abteilung Hondingen

 

Rahmendaten (2017):

Ausrückebereich:            Nord

Einsatzabteilung:             42 Feuerwehrangehörige

Jugendfeuerwehr:            6 Jungen und 5 Mädchen

Altersabteilung:               10 Feuerwehrangehörige

Abteilungsführung:          Sebastian Süß

                                            Christoph Schmid

Jugendwart:                      Christoph Schmid

 

Kontakt: abt.hondingen(at)ffw-blumberg.de

 

Historie:

 

Zur Feuerbekämpfung wurden in Hondingen vor 1750 alle erwachsenen Einwohner des Dorfes verpflichtet. Verschiedene Aufgaben waren den Bewohnern Hondingens im Voraus für den Brandfall zugeteilt. Im Brandfall wurden die Einwohner durch die für jedermann zugängliche Sturmglocke der Kirche alarmiert. In Hondingen gab es außerdem sechs berittene Feuermelder, deren Aufgabe es war, bei größeren Bränden in die Nachbardörfer zu reiten um Hilfe zu holen. Einer dieser sogenannten Feuerreiter war immer in Bereitschaft.

Unter der Führung des Vogts hatte sich aus den herbeieilenden Dorfbewohnern eine Menschenkette zu bilden. Diese transportierten in den mitgebrachten Löschkübeln das Wasser von Hand zu Hand vom Brunnen oder Bach zum Brandort.

Eine erste Feuerspritze primitiver Bauart muss wohl um das Jahr 1751 angeschafft worden sein, da in diesem Jahr der Anbau eines "steinernen Feuerspritzenhauses", an die Zehntscheuer, zur Verwahrung der Feuerspritze von der fürstlichen Verwaltung erlaubt worden war.  Die Spritze ermöglichte ein besseres Vorgehen gegen das Feuer. Eine Aufstellung der Geräte aus dem Jahr 1884 weist eine Spritze, drei Handspritzen und drei Anstellleitern auf.

Um die Jahrhundertwende wurde in Hondingen eine Hochdruckleitung mit 13 Hydranten verlegt. Nun war ein Feuerangriff ohne das umständliche Heranschleppen des Löschwassers möglich und somit ein Brand wesentlich schneller und mit viel weniger Personen zu bekämpfen.

Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr wurde 1910 von den großherzoglichen Behörden nahe gelegt. Die Hondinger Bürger stimmten jedoch erst im Jahr 1913 darüber ab. Zur Abstimmung waren 57 Bürger anwesend, welche diese Gründung einstimmig ablehnten. Hintergründe warum die Einführung einer Freiwilligen Feuerwehr abgelehnt wurde sind nicht bekannt, eine der Freiwilligen Feuerwehr ähnliche Einrichtung muss bereits existiert haben.

Im nationalsozialistischen Deutschland wurde dann nicht mehr frei abgestimmt. Die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr, welche als sogenannte Feuerschutzpolizei dienen sollte, wurde 1938 vom Ministerium des Inneren bestimmt. Deshalb fand am 14. Januar 1940 eine Sitzung zur Gründung einer Feuerwehr statt. Dabei wurde niedergeschrieben, dass die Freiwillige Feuerwehr 32 Mitglieder und 16 Ersatzmänner zählte. Im Jahr 1942 kaufte die Gemeinde eine Motorspritze vom Typ "Goliath III" sowie einen Tragkraftspritzenanhänger (TSA) der Klöckner-Humboldt-Deutz AG in Ulm (heute Magirus) mit dazugehörigen Utensilien, belegt durch eine Rechnung des Jahres 1942.  Bis er vom TÜV im Jahr 1997 ausgesondert wurde, war dieser TSA 55 Jahre lang im Einsatz.

Nach Ende des Krieges löste Frankreich die Feuerwehren auf, da es hinter den Wehren regimentstreue Widerstandstruppen befürchtete. Im Herbst 1945 jedoch wurde offiziell wieder Wehren mit einer Stärke von nur 8 Männern zugelassen. Als 1948 das Besatzungsstatut aufgehoben wurde, konnte die Hondinger Wehr ihre Mannschaftsstärke wieder auf 24 Männer erhöhen. Es folgte am 08. April 1951 die offizielle Wiedergründung der Freiwilligen Feuerwehr Hondingen. Es waren 19 Männer anwesend.

Mit der Eingemeindung von Hondingen zu Blumberg im Jahre 1972 wurde auch die Freiwillige Feuerwehr Hondingen als Abteilung Hondingen in die Freiwillige Feuerwehr Blumberg eingegliedert.

Die letzten 25 Jahre haben bei der Freiwilligen Feuerwehr Hondingen außerordentlich viele Veränderungen hervorgebracht. Die Wehr wurde in allen Bereichen modernisiert um den Herausforderungen zum umfassenden Schutz unserer modernen Gesellschaft gerecht zu werden. So wurde durch den Umbau des ehemaligen Hagenstalls ein allererstes Gerätehaus im Ort geschaffen, wo auch das 1999 angeschaffte TSF Unterkunft fand. Im Zuge der Neuausrichtung der Blumberger Gesamtwehr wurden seit ca. 2000 einige Abteilungen mit Sonderaufgaben versehen. So wurden der Hondinger Wehr die Aufgaben rund um das Thema Beleuchtung zugedacht, worauf sie bis heute, neben den üblichen Feuerwehrtätigkeiten, spezialisiert ist. Ein entsprechender Anhänger steht zur Verfügung.

Zudem war die offizielle Gründung einer Jugendfeuerwehr in der Abteilung im Jahre 2000 eine der wichtigsten Entwicklungen in der jüngeren Vergangenheit. Die Jugendarbeit stellt mittlerweile das wichtigste Instrument der Mitgliedergewinnung der Hondinger Abteilung dar. Mit momentan 23 aus der Jugendfeuerwehr in die aktive Wehr übernommenen Kameradinnen und Kamerade stammen über die Hälfte aller Mitglieder aus der Jugendarbeit.

Im Jahr 2017 übernahm die Abteilung Hondingen mit dem TSF-W der Abteilung Riedböhringen ihr erstes wasserführendes Fahrzeug. Dieser dringend notwenige Schritt steigert weiter die Schlagkraft der Hondinger Abteilung und ist ein erster Ansatz zu einer modern aufgestellten Gefahrenabwehr im Ortsteil.